AOK warnt vor Handys

 
 
Aus der Presse: Ratgeber 10/98 Bonn 2.6.98

AOK Presseservice Gesundheit

Elektrosmog: Handy-Strahlung und die Folgen

Ein Satz heiße Ohren...

Inhalt: Handys werden immer mehr zum Massenspielzeug. Über die gesundheitlichen Folgen der elektromagnetischen Strahlung weiß man aber nur wenig. Die AOK erklärt, in welchen Fällen Vorsicht geboten ist - und warum.

02.06.98 (psg) Wie Handy-Besitzer sich nach einem ausgedehnten Telefonat fühlen, können sie meist nur schwer beschreiben. Aber irgendwas spüren sie: Zum Beispiel "...als läge eine Käseglocke über dem Ohr..." oder "...als hätte man zwei Stunden lang Kopfhörer getragen..." Eins ist allerdings klar: Es wird warm am Ohr. Die elektromagnetische Strahlung des Mobiltelefons erwärmt das Körpergewebe - und allein das ist ungesund.

Steigt die Temperatur in einem Körperbereich für längere Zeit um mehr als ein Grad, können dort Störungen im Stoffwechsel auftreten. Die AOK empfiehlt daher, mit Handys nicht unnötig lange zu telefonieren. Auch negative Effekte auf medizinisch-technische Hilfsmittel sind unbestritten. Die Taktfrequenz des Mobilfunks von 217 Hertz löst bei vielen Trägem von Hörgeräten einen Brummton aus, wenn sie in die Nähe eines Mobiltelefons gelangen. Der Störradius beträgt etwa 70 cm. Die einzige Lösung: Abstand vom Handy halten oder beim Telefonieren das Hörgerät abschalten.

Wer einen Herzschrittmacher hat, sollte sich gut überlegen, wo er sein Mobiltelefon transportiert. Gefährlich wird es, wenn das Handy in die Nähe des Schrittmachers gelangt. Unangenehmes Herzklopfen, Schwindelgefühl und sogar "Beinahe-Ohnmacht" können die Folge sein. Das Telefon gehört also auf keinen Fall in die Brusttasche. Weniger gefährlich als der Transport des Handys ist der Gebrauch. Auch er kann zwar Störungen auslösen, diese bleiben allerdings meist ohne Folgen.

Die fachliche Diskussion um mögliche Langzeitschäden durch Elektrosmog Ist noch unentschieden. Erste Forschungsergebnisse aus Tierversuchen werden sehr unterschiedlich interpretiert. Von Entwarnung kann keine Rede sein: Im September beginnt ein internationales Forschungsprojekt, das klären soll, ob der Handy-Gebrauch tatsächlich Tumore auslöst.