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Leipziger Volkszeitung vom Freitag, 5. März 2004 Kein Dialog beim Funkmastbau in Wachau Laut und nicht unbedingt herzlich, ging es diese Woche bei einer Infoveranstaltung der "Bürgerinitiative für gesundheitsverträglichen Mobilfunk" in Dölitz-Dösen zur Sache. Das kleine Kirchenschiff der Johanniskirche in der Markkleeberger Straße war gut besucht, die Initiative hatte aussagefähige Gäste zur Diskussion über die Inbetriebnahme eines neuen Funkmastes an der Wachauer Nordstraße eingeladen: Stephan Spaarmann, Doktor der Physik aus Taucha und entschiedener Gegner der derzeit verwendeten Mobilfunktechnik, und Helmut Zeitz, Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik und Vertreter des Düsseldorfer Unternehmens D2 Vodafone, dessen rund 51 Meter hoher Mast für großen Unmut bei den Anwohnern sorgt. Bislang befinden sich auf der Sendeanlage nur drei Richtfunkantennen, die Bauunterlagen erlauben jedoch die Installation von insgesamt 14 Richtfunkantennen, drei GSM 900- und drei GSM 1200 (UMTS)-Antennen - wenn Vodafone Bedarf dafür sieht. Das große Dilemma beider Seiten zeigte sich jedoch schnell in der Diskussion: Ob die auf Mikrowellen basierende Funkstrahlung harmlos ist oder gefährlich sein kann, ist auf wissenschaftlich fundierte Weise nicht festgestellt worden. Zwar führten Spaarmann und Zeitz ihre jeweiligen Gutachten und "Vor-Ort-Tests" ins Feld, nur wurden diese von der Gegenseite nicht anerkannt. Von "Humbug" und "gekauften Wissenschaftlern" war die Rede. Weder Spaarmann noch Zeitz ließen den jeweils anderen wirklich zu Wort kommen, von echtem Dialog konnte nicht die Rede sein. Der Gastgeber des Abends, Initiativen-Chef Mirko Behrchen, erklärte nach der emotional geführten Diskussion: "Wir haben nichts gegen den Fortschritt und gegen vernünftige Nutzung vorhandener Technologien. Unser Widerstand richtet sich klar gegen die unnötige Errichtung eines zweiten Funkmastes in der Nähe der Wohnsiedlung Johannishöhe". Der nächstgelegene, von der Telekom betriebene Funkmast steht knapp zwei Kilometer Luftlinie entfernt an der Wincklerstraße. Und zwar in der Nähe einer Schule und eines Sportplatzes. In östlicher Richtung befinden sich weitere Sendeanlagen auf dem Dach des Atlanta-Hotels im nahen Wachauer Gewerbegebiet. Die rund 70 in der Kirche versammelten Bürger fürchten nun, zwischen bestehenden Funkmasten im Leipziger Süden und der neuen Sendeanlagen eingekesselt und mit Elektrosmog überschüttet zu werden. Der 35-jährige Behrchen hatte die ganze Affäre vor mehr als einem halben Jahr ins Rollen gebracht. Den Empfehlungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BFS) folgend, wollte sich Behrchen bei seiner Gemeinde über den Hintergrund des Mastbaues informieren. Denn der im September 2003 errichtete Turm wurde innerhalb einer Woche hochgezogen - Fakten wurden geschaffen, ohne dass ein einziger Anwohner Kenntnis von der Anlage hatte. Die Bürger baten Markkleebergs Oberbürgermeister Bernd Klose um Unterstützung: In einem Schreiben vom Dezember 2003 lehnte Klose aber jedwede Hilfe mit der Begründung ab, dass es sich bei dem Bürgerbegehren um "rein privates Interesse" handele. Frank Schmiedel http://www.lvz-online.de/lvz-heute/99411.html Nachricht von der BI Bad Dürkheim --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ihre Mobilfunkveranstaltung Sehr geehrte Damen und Herren der Umweltakademie München, Sie haben mich herzlich eingeladen, an Ihrer nächsten Veranstaltung zum Thema Mobilfunk und Gesundheit teilzunehmen. Nun habe ich mir die Liste der Referenten angesehen - und bitte entschuldigen Sie - aber was soll das? Hier wird nur eine Interessengruppe vertreten und zwar die des Mobilfunks! Von einer echten Auseinandersetzung über die gesundheitlichen Gefährdungen - die uns alle betreffen - kann hier nicht die Rede sein! Bitte bedenken Sie, dass wir Bürger inzwischen sehr genau über diese Problematik informiert sind und so etwas kann man uns einfach nicht mehr vorsetzen! Bestimmt verstehen Sie, dass ich unter diesen Umständen jedem davon abraten werde, Ihre Veranstaltung zu besuchen und Spenden werden Sie sicherlich aus einer anderen Quelle schon erhalten haben. Manuela Knapp --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- „Jagen keineswegs Hirngespinsten nach“ http://www.buergerwelle.de/pdf/ha_6_03_04_veranstaltung_bi.pdf
Leserbrief: Nicht in Wohngebieten installieren http://www.buergerwelle.de/pdf/ha_6_03_04_leserbrief_mobilfunk.pdf M.f.G. Alfred Tittmann c/o HESSISCHER LANDESVERBAND MOBILFUNKSENDERFREIE WOHNGEBIETE e.V. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Hallo zusammen, anbei nachfolgend einen Bericht aus der Bruchköbeler Online-Zeitung, der wirklich sehr gut und detailliert zusammenfasst. Herzlichen Gruß Klaus Böckner, Sprecher der Initiative Schwalbach – Keine Mobilfunkanlagen in Wohngebieten Information und Emotion Der Bruchköbler www.bruchkoebler.de (mr) Von Martin Reisbeck. Bruchköbel, 04. März 2004. Die Veranstaltung der Initiative Mobilfunksenderfreie Wohngebiete Bruchköbel stand zunächst ganz im Zeichen der Information. Zur Freude der Bürgerinitiative stellten sich im gut gefüllten Saal neben Bürgermeister Roth auch viele Mitglieder des Magistrates, sowie des Stadtparlamentes ein. Nach dem Informationsteil wurde Raum für Fragen aus dem Publikum eingeräumt. Richtige Emotionen kamen auf, als Herr Roth und Herr Dziony dem Publikum ihre Standpunkte dargelegt haben. Der Abend begann mit einem Sketch um Überschuldung von jugendlichen Vieltelefonierern, der von Nadine und Lars, zwei Schülern des Lichtenberg Oberstufen Gymnasiums sehr gekonnt vorgeführt wurde. Die Beiden waren aber leider die einzigen Vertreter einer Jugend, die sich für das Thema offensichtlich nicht zu interessieren scheint. Herr Tittmann, der Sprecher der Bürgerinitiative (BI), begrüßte dann die Redner und ca. 250 Gäste des Abends mit einer Ansprache, in der er neben den von Betreibern und Gesetzgeber geschaffenen Tatsachen die Problematik des Mobilfunks, sowie die Absichten der BI Revue passieren ließ. Besonderen Wert legte er auf die Feststellung, dass kein Mitglied der BI gegen Mobilfunk sei. Das Ziel der Arbeit sei einzig, die Sender in gesundheitlich verträglichem Maß um die Ortschaften herum zu verteilen, entgegen dem Bestreben der Betreiber, die Sender dort aufzustellen, wo es aus finanziellen Gründen vorteilhaft erscheinen mag. Er übermittelte die Grußworte des Hessischen Landesverbandes für mobilfunksenderfreie Wohngebiete, Dr. Erich Braun, dem beachtliche 120 Bürgerinitiativen angehören. Angesichts der Menge von 50.000 im Deutschland verteilten Sendemasten, zu denen im Zuge der Einführung von UTMS noch einmal die gleiche Menge dazukommen soll, steht die BI für die Einführung einer an der gesundheitlichen Prävention orientierten Mobilfunk-Technik. Es gehe der BI nicht um Alles oder Nichts, sondern um ein Sowohl als Auch. Dies soll trotz eines derzeit viel zu hoch angesetzten Grenzwertes funktionieren, wenn die Betreiber und die politisch Verantwortlichen nur die Gesundheit über den Profit stellen würden. Die Angst betroffener Bürger muss ernst genommen werden, da in der Vergangenheit schon viel zu oft mit Falschaussagen und Beschwichtigungsparolen gehandelt wurde. Die Affären um Asbest, Formaldehyd, PCB, Contergan, Radar und anderen Technologien haben gezeigt, wie in der Öffentlichkeit zunächst stets mit Verharmlosung gearbeitet wurde, bis die wahren Dimensionen einer Gefahr dann doch zum Vorschein kam. Anhand der vielen Hinweise auf Gesundheitsschädigungen und Befindlichkeitsstörungen könne sich keiner mehr mit der Einhaltung von Grenzwerten ein Alibi verschaffen. Zumal dieser Grenzwert erstens zu hoch angesetzt sei und zweitens nur anhand der thermischen Auswirkungen der Strahlung festgelegt wurde. Der tief in biologische Systeme eindringenden athermischen Wirkung habe bei der Festlegung der Grenzwerte niemand Beachtung geschenkt. Und nun seien es gerade diese Wirkungen, die beeinträchtigen sowie irreversible Schädigungen auslösten. Alfred Tittmann gab das Wort weiter an den Moderator des Abends, Herrn Thomas Hirt, den Vorsitzenden des Vereines. Dieser stellte die weiteren Redner des Abends vor. Das waren der Baubiologe Dr. Ing. Martin H. Virnich aus Mönchengladbach, Dr. Ulrich Warnke, akademischer Oberrat an der Universität des Saarlandes, der ausdrücklich anmerkte, dass er als Privatmann angereist sei und Prof. inv. Dr. med. H.-J. Wilhelm, ein Experte für HNO aus Frankfurt. Zur Darstellung rechtlicher Aspekte saß der Bruchköbler Rechtsanwalt Dietmar Freund, der jüngst den Fall um den Sender in der Jakobuskirche bis vor den BGH brachte, auf dem Podium. Die Beiträge der Fachleute fielen durchweg viel zu kurz aus, da natürlich in der zur Verfügung stehenden Zeit kaum ernsthaft auf die komplexe Thematik eingegangen werden konnte. Herr Dr. Virnich stellte zunächst klar, aus welchem Bereich des physikalischen Spektrums die Strahlung kommt, mit der wir es bei Mobilfunk zu tun haben. Er zeigte anhand von Grafiken, was man sich unter einer gepulsten Mikrowelle vorzustellen hat und legte dar, dass unabhängig vom Gesprächsaufkommen eine Mobilfunk-Basisstation (=Sender) auf dem sogenannten Organisationskanal Tag und Nacht ohne Unterbrechung sendet. Herr Dr. Warnke erörterte neben anderen Kurven und statistischen Verteilungen anhand des Verlaufes einer Kurve zur Steigerung der Krebsrate seit 1920 die Korrelation zwischen dem plötzlichen Anstieg der Kurve in einigen Bereichen und der Einführung verschiedener Funktechniken wie Mittelwelle, Radar, Ultrakurzwelle und Mobilfunk. Man konnte sogar an dem Abflachen der Kurve im oberen Bereich den Zeitpunkt der Einführung von Grenzwerten für die Senderleistung erkennen. Dem Experten aus Frankfurt, Professor Wilhelm oblag die Aufgabe, medizinische Aspekte um die gepulste Strahlung zu erläutern. Er stellte dabei die Entstehung von Tinnitus vor, sowie die statistische Verteilung von Befindlichkeitsphänomenen anhand einer Gruppe von 268 Tinnitus-Patienten aus der hervorging, dass man es bei diesen Patienten keineswegs mit Spinnern zu tun hat, wie das ja von Seiten der Betreiber beliebig kolportiert wird, wenn man sie mit den psychisch-physiologischen Auswirkungen der Mobilfunktechnik konfrontiert. Anhand des wissenschaftlichen Teiles des Abends wurde deutlich, dass es sich bei den Forschungen zu den schädlichen Auswirkungen des Mobilfunks und Funks auf alle Fälle nicht um Hirngespinste von übertrieben hysterischen Fortschrittsgegnern handelt, sondern um ein ernstzunehmendes Phänomen. Rechtsanwalt Freund oblag die Aufgabe, die rechtlichen Aspekte auszuleuchten. Dabei legte er besonderen Wert auf die Feststellung, dass bei der gültigen Rechtslage und besonders nach dem jüngsten Urteil des BGH einzig auf kommunaler Ebene noch Rechtswerkzeuge verblieben sind, den Betreibern beim zu erwartenden Wildwuchs im Zuge der UTMS-Einführung noch Paroli zu bieten. Daran würde auch der Eil-Beschluss der hessischen Landesregierung zugunsten der Betreiber vom Oktober 2002 nichts ändern. Der im Grundgesetz verankerte Artikel 28 habe uneingeschränkte Gültigkeit und gebe den Kommunen die Macht zur Hand, den Betreibern ein gesundheitsverträgliches Senderschema aufzuerlegen. Im anschließenden Teil, als das Publikum Gelegenheit hatte, die Experten zu befragen fiel auf, dass viele Gäste aus dem Umkreis angereist waren. Die Besucher kamen nicht nur aus Maintal, Mainhausen, Götzenhain, Aschaffenburg, dem Freigericht und Gelnhausen, sondern sogar aus Bad Camberg und Schwalbach im Taunus, um ihre dringenden, manchmal allerdings sehr individuellen Fragen an die Fachwelt zu stellen. Dies scheint ein Beleg dafür zu sein, wie rar solche Veranstaltungen noch sind und welche Mühe Betroffene auf sich nehmen, wenn es Gelegenheit gibt, sich Informationen aus 1. Hand zu besorgen. Auffallend war allerdings, dass sich außer einem Bruchköbeler Provokateur weit jenseits der 70 Jahre kein Einheimischer an das Mikrofon getraut hat. Als der betagte Herr das auf dem Podium versammelte physikalische Grundwissen mit der Bemerkung, man beachte in all den Ausführungen nicht den Umstand das es sich um „Trägerfrequenzen” handele, in den Ruch der Scharlatanerie bringen wollte und noch damit provozierte, warum denn niemand den Hessischen Rundfunk verklage und ob denn überhaupt schon mal ein Gutachten erstellt worden wäre, regte sich Unmut im Saal. Darauf hin verlor der Senior die Nerven und verließ die Veranstaltung. Die teilweise etwas langatmig vorgetragenen und von persönlicher Betroffenheit erzählenden Fragen hätte man sich dann aber doch etwas an der speziellen Bruchköbeler Situation orientiert gewünscht. Wobei jedoch nicht in Abrede gestellt werden soll, dass es für die von den Umständen sichtlich hart getroffenen Fragesteller sicher wichtig war, eine Antwort aus fachkundigem Mund zu bekommen. Die Antworten waren durchweg seriös und vorsichtig gehalten, was man daran erkennen konnte, dass kaum einer der Fragesteller die klare Antwort erhielt, die er sich vielleicht erhofft hatte. Immer wieder wurde in der Hauptsache von Dr. Virnich darauf hingewiesen, dass sich anhand des spezifischen Charakters der Wellenphysik für keinen Standort, ob nun nah oder fern zum Sender, eine allgemeingültige Aussage über die Stärke der Welle machen lässt. Es muss in jedem Fall mit aufwändigem Gerät gemessen werden, um zu einem konkreten Bild der Gefährdung zu kommen. Auch Abwehrmaßnahmen in Form von Matten und allerlei auf dem Markt hervorsprießendes Geflecht erfülle in den seltensten Fällen seinen Zweck, da die Art der abzuwehrenden Wellen oftmals sehr heterogen sei. Und wenn man zum Beispiel eine abschirmende Tapete anbringe und nicht 100 Prozent abdichte, genüge schon ein minimaler Spalt um die Welle trotzdem eindringen zu lassen. Und dann könne diese sich zu einer noch gefährlicheren, stehenden Welle aufschaukeln. Es wurde deutlich gemacht, dass es zur Prävention keine Alternative gibt. Der evangelische Pfarrer Engelbrecht aus Flomborn meldete sich zu Wort. In seinem Kirchturm sei kein Sender versteckt erzählte er und rief dazu auf, seine Kollegen trotzdem nicht zu verteufeln, da sie im guten Glauben gehandelt hätten und ohne das Wissen um eine Gefährdung waren. Allerdings ermahnte er seine nicht anwesenden Kollegen dringend, endlich tätig zu werden, um den Fehler zu bereinigen. Er merkte noch an, dass selbst das Bundesamt für Strahlenschutz mittlerweile vor der Benutzung von Handies warne. Rechtsanwalt Freund wies darauf hin, dass es zu spät sei, wenn eine Gefährdung anhand von statistischen Nachweisen erbracht worden sei. Dann hätte es bereits all die Menschen erwischt, die man mit den Aktionen schützen wolle. Als er in weiteren Ausführungen der Stadtverwaltung attestierte, dass sie die einzig verbliebene demokratische Instanz sei, die Mobilfunkbetreiber noch in Schranken verweisen könne, und nicht nur bei der Planung dieses Unterfangens in Bruchköbel viele Fehler gemacht worden seien, platzte ein kaum noch an sich haltender Bürgermeister Roth in die Ausführungen hinein. Die Planungsfehler der Stadt würden nicht hierher gehören, bezog er sich sichtlich verärgert offenbar auf den Saalburgring und das Pellergebiet, über die aber kein Mensch im Saal gesprochen hatte. Sogar niedrige Grenzwerte hätten der Schweiz keine Befriedung gebracht und Nachweise, dass Sender Ursache von Gesundheitsbeschwerden seien, lägen auch noch keine vor. So verstieg er sich, alle Erkenntnisse aus den Ausführungen der Vorredner ignorierend. Und als er ausgesprochen emotional anmerkte, dass die Bürgerinitiative im Verlauf des Abends selbst gesagt hätte, dass ein eindeutiger Beweis zum kausalen Zusammenhang von Beschwerden mit Mobilfunksendern nicht zu führen sei, meldete sich der Saal empört mit Buh-Rufen und dem nicht mehr zu überhörenden Einwurf, dass sich der Bürgermeister gerade mit dem Vokabular der Betreiber dem Ansinnen der BI versperrt habe. Herr Tittman nahm diesen Vorfall zum Anlass, dem Bürgermeister mit ruhigem überlegtem Ton aufzuzeigen, wie der seit Oktober 2002 vom Stadtparlament gefasste interfraktionelle Beschluss von Stadtrat Dziony und ihm verschleppt wurde. Es gebe nun keine Alternative mehr sich fundiert kundig zu machen und zu handeln. Und gerade, als er die Bitte aussprach sich nun doch wirklich ernsthaft der Thematik zuzuwenden, explodierte Stadtrat Dziony sichtlich verärgert mit der hinlänglich aus der Presse bekannten Litanei über seine Aktivitäten mit dem Ecolog-Institut, der Stadt Maintal und der Gemeinde Gräfelfing bei München. Er fing sich damit die Rüge von Herrn Freund ein, dass er erst tätig geworden sei, nachdem die BI ihn Ende 2002 immer wieder angemahnt hatte, den Stadtverordnetenbeschluss nun endlich umzusetzen. Und Herr Tittmann führte aus, dass das ECOLOG-Institut zwar ehrenhaft und seriös sei, aber einen viel zu hohen Grenzwert von 10.000 Mikrowatt/m² vertrete. Die volle Funktion aller Mobilfunktelefone sei in Bruchköbel sogar noch bei nur 10 Mikrowatt/m² gewährleistet. Das sei der Wert, den nicht nur die BI fordere. Außerdem brauche man für die hier anstehenden Aufgaben ein Planungsbüro, was das ECOLOG-Institut aber nicht sei. Die Initiative wolle Prävention und dabei pragmatisch handeln und nicht wissenschaftlich, sagte Herr Freund. Er meinte damit, dass bei all den Hinweisen auf eine Störung der Gesundheit ein wissenschaftlicher Nachweis keinesfalls im Vordergrund stehe. Vielmehr müsse eine Gefahr bereits dann gebannt werden, wenn es Hinweise gibt, dass es zu einer Schädigung kommen könnte. Besonders vor dem Hintergrund, dass die Betreiber für Folgeschäden keinerlei Versicherungsschutz mehr genießen und keine Betriebshaftpflicht der Welt für so einen Schaden aufkommen würde. Bürgermeister Roth versuchte den zwingenden Argumenten mit einem Hinweis auf eine durch die Initiative polarisierte Situation zu entkommen. Da sich aber im Saal zuvor jeder vom Gegenteil einer polarisierten Stimmung überzeugen konnte, erntete er wieder einen lautstarken Protest. Einer der Empörten rief gar: „Raus!” Roth setzte endgültig seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel, als er nach seinem Hinweis, dass jeder im Magistrat Frieden und Gesundheit wolle anmerkte, nicht nur die eine Seite betrachten zu wollen, sondern auch die der Betreiber. Kein Wort darüber, den Beschluss der Stadtverordneten trotzdem umsetzen zu wollen. Der Saal tobte beinahe, angesichts dieser Unbelehrbarkeit. Der Bürger aus Bad Camberg verstand das als Ignoranz der Macht, auf die er bei diesem Thema immer wieder stößt und schloss mit der inständigen Bitte, doch aufeinander zuzugehen. Herr Roth lehnte das ab, da er mit der Aufforderung zum Handeln im Sinne der Prävention, einen „schwarzen Peter” zugeschoben bekomme und berief sich noch einmal nachdrücklich darauf, dass die Betreiber ja gehalten seien, gesetzliche Bestimmungen einzuhalten. Dieser Offenbarungseid, vom Thema und der vorausgegangenen Veranstaltung nicht das Geringste verstanden zu haben, ließ einige im Publikum darauf schließen, dass er sich soeben um seine weitere Zukunft als Bürgermeister geredet hatte. Der klare Hinweis von Herrn Tittmann, dass der politische Druck bei weiterer Einhaltung dieser Marschrichtung deutlich erhöht werde, rief noch einmal den ev. Pfarrer Engelbrecht ans Mikrofon. Mit dessen eindringlichen Worten, dass es keine Alternative dazu gebe sich einander anzunähern, ging der Abend zu Ende. Kommentar: Zumindest weiß jetzt wirklich jeder, wohin man mit Roth und Dziony reist. Die hatten sich ja bisher ausgesprochen ambivalent verhalten und nun erstmals eindeutig die Flagge der Betreiber gehisst. Man hat an diesem wertvollen Abend tatsächlich viel erfahren können. Beachten Sie in diesem Zusammenhang bitte auch auf der Website der Gemeinde Attendorn das Kapitel Mobilfunk. Dort sieht man sehr schön, wie sich ein engagierter Bürgermeister und sein Magistrat einzig am Allgemeinwohl orientiert hat, ohne die Belange der Betreiberfirmen zu vernachlässigen. Herausgekommen ist das verträgliche Konzept, dass die BI seit Oktober 2002 für Bruchköbel einfordert. Das scheitert bei uns einzig daran, dass wir einen Bürgermeister haben, der sich offensichtlich weigert (siehe oben: „schwarzer Peter”), sich mit der Materie zu befassen. Ist das Faulheit, oder Absicht? Die Antwort kennt nur der Bürgermeister Roth und sein erster Stadtrat. Die Antwort der Bürger liegt nun allerdings auf der Hand. Denn Attendorn zeigt uns eindrucksvoll, wie ein Bürgermeister mit seiner Verantwortung umgehen muss, wenn er sich am Wohl des Bürgers orientiert. Das ist der Auftrag, den er mit seinem Amtseid angenommen hat. Wenn man einen Bürgermeister an diesen Eid erinnern muss, ist es für seine politische Karriere eigentlich schon fünf nach zwölf. Angesichts der anhaltenden Rücktrittsarie der CDU im Bundestag anlässlich weitaus nichtigerer Vorgänge fragt man sich, wie dieser Mann eigentlich noch aus eigenem Antrieb täglich sein Amtszimmer aufsuchen kann. http://www.bruchkoebler.de/bruchkoebel_32.htm und Frankfurter Rundschau 6-03-04 Mobilfunkveranstaltung Bruchköbel 4-03-04 --Stadtjournal Bruchköbel Anbei noch den heutigen Artikel in der FRANKFURTER RUNDSCHAU. Leider hat der Redakteur unsere Initiative wieder fälschlicherweise als ....mobilfunkfreie, statt mobilfunksenderfreie Initiative tituliert. Ansonsten aber verdient der Verfasser für seinen sachlichen Bericht ein absolutes Lob, insbesondere auch darüber, dass die hochkarätigen Referenten in ihren Beiträgen sehr wohl auf die Gefährdungen hingewiesen haben, die nicht mehr negiert werden können. M.f.G. Alfred Tittmann c/o HESSISCHER LANDESVERBAND MOBILFUNKSENDERFREIE WOHNGEBIETE e.V. Bekommen Handy-Telefonierer leichter Tinnitus? Frankfurter Rundschau 6-03-04 Experten aus der Baubiologie und der Medizin sprachen über die möglichen Folgen von Mobilfunksendern in Wohngebieten / Politiker sollen endlich reagieren Auch wenn die Debatte um die Mobilfunksender in Turm der Evangelischen Kirche in Bruchköbeler im Stadtzentrum etwas stiller geworden zu sein scheint, das Thema Strahlenbelastung ist damit nicht vom Tisch. Rund 200 Personen kamen am Donnerstag zum Informationsabend, bei dem Experten verschiedener Fachrichtungen referierten. VON DETLEF SUNDERMANN Bruchköbel · 5. März · "Einfach wegziehen. Flexibel bleiben, nur mieten und keine Immobilie kaufen", wusste ein Mann aus Bischofsheim als besten Schutz gegen Mobilfunkantennen in der unmittelbaren Nachbarschaft dem Publikum über das Saalmikrophon mitzuteilen. Der Enddreißiger lebte zwei Jahre im Keller, weil in der Nähe seines Hauses ein Betreiber auf Sendung ging. Nach dem Auszug seien die Schlafstörungen weg, ebenso wie die damals aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. So wie dieser Mann äußerten sich manche Besucher, die sogar aus dem Taunus und aus dem Fränkischen kamen, über Symptome, die sie mit der Inbetriebnahme von Mobilfunkanlagen unweit der Wohnung in Verbindung brachten. Die von der Initiative "Mobilfunkfreie Wohngebiete Bruchköbel" zu der Veranstaltung eingeladenen Experten zitierten Belege aus internationalen Studien, fanden somit offenbar in den Aussagen ihre Bestätigung. Der Mediziner Ulrich Warnke, der einen Lehrstuhl an der Universität Saarland inne hat, erklärte, das Enzyme "sehr störempfindlich" auf hochfrequente, pulsierte elektromagnetische Strahlung reagieren, wie sie von Handys ausgehen. Grund: "Enzyme sind selber Kraftfelder", bei deren Beeinträchtigung eine verstärkte Ausschüttung von so genannten freien Radikalen komme, die verschiedene Leiden bis hin zu Tumorerkrankungen auslösen könnten, so Warnke. Er sagte, dass bei den Grenzwerten in der Bundesimmissionsschutzverordnung der nichtthermische Aspekt von Handyfunk nicht zur Geltung komme. Zudem liege der bundesdeutsche Grenzwert mit neun Watt pro Quadratmeter weitaus über die EU-Empfehlung, die 100 Mikrowatt pro Quadratmeter lautete. Der Frankfurter HNO-Professor Hans-Jürgen Wilhelm glaubt zudem teilweise einen Zusammenhang von Tinnitus und der Handy-Benutzung zu erkennen. Bei mehr als 220 Patienten mit Geräuschen im Ohr habe eine Befragung ergeben, dass ein Teil häufig über das Handy telefoniere. Ein fünftägige Handysperre habe bewirkt, dass bei mehr als der Hälfte der Patienten der Tinnitus leiser geworden sei, bei einigen Probanten verschwand er sogar ganz. Aus seiner Praxis heraus sieht der HNO-Experte seit zehn Jahren, also seit der Einführung von Handys, eine "deutliche Zunahme" von Tinnitus, vor allem bei den Jugendlichen. Initiativenmitglied und Rechtsanwalt Dietmar Freund, der vor dem Bundesgerichtshof ob der gesundheitlichen Gefahren Klage einreichte, im Januar aber unterlag, merkte zu der Debatte im Publikum, wie man sich vor Strahlen schützen könne, an: "Es kann doch nicht sein", dass man bald unter einem abschirmenden Baldachin schlafen müsse. Neben der Grenzwertänderung fordert er die Lokalpolitiker auf, kommunale Konzepte für die Standortplanung von Sendern aufzustellen. Er wünschte sich das Gräfelfinger Modell, bei dem keine Antenne im Ort stehen soll. Dennoch, in der bayerischen Gemeinde diskutierten seit einem Jahr Politiker und Betreiber über die Umsetzung .
Leserbrief Eine Veranstaltung in Bruchköbel informierte über die Gefahren von Handy-Nutzung. Dazu heißt es: Leider konnte ich dieser interessanten Veranstaltung nicht persönlich beiwohnen. Ich wohne 100 m Luftlinie von einer im Kirchturm versteckten Mobilfunkanlage entfernt. Beim Einzug hatte ich davon leider keine Ahnung. Bekannt wurde dies erst Ende 2002. Nun hat sich in 4 Jahren mein Leben hier dahingehend verändert, dass ich seit drei Monaten nachts wieder durchschlafe, weil ich mir doch einen teuren Abschirmbaldachin gekauft habe. Leider geht mein Tinnitus, den ich sowie einen Herpes-Virus erst seit Anfang/Mitte letzten Jahres habe, nicht zurück. Mein Tinnitus wird nur leiser, wenn ich mich abseits von Mobilfunk in ländlichen Regionen aufhalte. Dort stehen die Mobilfunkanlagen außerhalb der Ortschaften und nicht so geballt. Aber ich bin schon froh, dass ich jetzt nachts gut schlafen und somit mein Immunsystem wieder stärken kann, in der Hoffnung, Schlimmeres zu verhindern. Wie man sieht, ist alles nur eine Frage der Zeit, wann die ersten Gesundheitsstörungen auftreten. Daher wäre es an der Zeit, dass die restliche Bevölkerung endlich aufwacht und sich ernsthaft Gedanken darüber macht. Irgendwann wird es jeden treffen! Marianne Kirst, Kriftel und Gesundheitsrisiko Mobilfunk Stadtjournal Bruchköbel 4-03-04 http://www.buergerwelle.de/pdf/stadtjournal_bruchkoebel_gesundheitsrisiko_mobilfunk.pdf
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