Dr. med. Hans-Christoph
Scheiner
FACHARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN- CHIROTHERAPIE- HOMÖOPATHIE,
PSYCHOTHERAPIE
Dr. med. Hans-C. Scheiner Franz-Wüllner-Strasse 39 81247 München Franz-Wüllner-Str. 39
81247 München
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München, 31.10.2002
Zum aktuellen Gesundheitszustand des Klägers Herrn
in seiner
Streitsache ....
vor dem
.........Verwaltungsgerichtshof
Auf meine letzte ärztlichen Stellungnahme im Januar
2001 darf verwiesen werden.
Wie bekannt, befindet sich Herr X.Y.in meiner allgemeinärztlich-umweltmedizinischen Betreuung. Zuletzt konsultierte er mich am 16.10.2002. Sein Beschwerdebild ist aus früheren ärztlichen Attesten und der Klageschrift bekannt. Aktualisierend sei hinzugefügt, dass der Patient, in dessen Wohnräumen eine Leistungsflussdichte von 900 nW/cm² gemessen wurde, sich bemüht, durch Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. der Einnahme von hochdosierten Vitaminen und Meiden der am höchsten bestrahlten Räume, gegen die Gesundheitsbelastung anzukämpfen. Da durch Hochfrequenzen wie z.B. dem Mobilfunk im Körper vermehrte hochaggressive „freie Radikale“ entstehen (1: Phelan 1992), welche die Erbgutsubstanz und die Körperproteine angreifen und zu einer vermehrten vielfältigen Erkrankungs- und Krebsdisposition führen, ist die Einnahme von hochdosierten Vitaminen als „Radikalenfänger“ und „Antioxidantien“ von besonderer Bedeutung. Auch in anderer Hinsicht bemüht sich der Patient um eine ausgewogene Lebensweise, so durch Meiden von Nikotin, Alkohol und Koffein. Von „Somatisierungserscheinungen“ eines psychischen oder gar psychotischen Geschehens, wie von gerichts-gutachterlicher Seite in medizinisch unzutreffender Weise behauptet wurde, kann in keiner Weise die Rede sein. Psychosen können per definitionem nicht somatisieren. Das wäre ein Widerspruch in sich selbst.
Auch in sonstiger Hinsicht bietet der Patient keinerlei psychische Auffälligkeiten.
Trotz aller Gesundheitsbemühungen klagt der Patient
nach wie vor über erhebliche Schlafstörungen. Obwohl ihm
die Arbeit an seinem Arbeitsplatz ausgesprochen Freude mache, könne er sich
nicht mehr regenerieren. Er fühle sich meist völlig zerschlagen, „er schleppe
sich so dahin“, fühle sich oft „total fertig“. Er schlafe spät ein und wache
früh auf. Im Gegensatz dazu wäre er früher „ein Langschläfer“ gewesen und hätte
sich am Tag top fit gefühlt. Diese körperliche Frische gehöre allerdings
„völlig der Vergangenheit an.“
Weiterhin werden gehäufte Kopfschmerzattacken
geklagt, Beschwerden, die er vor Errichtung der Antenne nie gekannt hätte.
Ferner leidet der Kläger, wie ja bekannt, vor allem in
Ruhe unter beidseitigem „pfeifenden und klirrenden“ Ohrgeräuschen (Tinnitus).
Um die Schlafstörungen des Klägers einer zusätzlichen
Objektivierung zuzuführen, wurde bei dem Patienten A. X.Y. eine
Laboruntersuchung des Schlafhormons Melatonin im Morgen-Urin vorgenommen (s.u.
sowie Anlage 1),die eine drastische Reduktion dieses lebenswichtigen Hormons
ergab. Sowohl die Schlafstörungen als auch die Melatoninreduktion lassen sich,
wie weiter unten ausgeführt, zwingend auf die geklagte Mobilfunkbelastung des
Patienten zurückführen. (s.u.)
Zur Schlafproblematik:
Um die Wichtigkeit einer ungestörten
Melatoninproduktion (und damit des unge-störten Schlafes) zu erläutern, (2:Braun
v.Gladiß 1999;3:Reiter u.Robinson 1995;3:Maestroni,G.1988;
4:Webb,S.u.Pulg-Domingo 1995) sei kurz auf die vielfältigen
lebenswichtigen Funktionen dieses zentralen Nervenhormons in unserem Körper
hingewiesen:
Unser Schlaf mit seiner Schlafdauer und Schlaftiefe,
mit seinen Träumen und der Schlaferholung werden bekanntlich durch das
Schlafhormon „Melatonin“ gesteuert, das in der Zirbeldrüse des Stammhirns
produziert wird. Dabei findet die maximale Ausschüttung des Melatonins aus der
Zirbeldrüse in Form eines starken Produktions- und Ausschüttungsmaximums
zwischen zwei und drei Uhr morgens, also in der Tiefe der Nacht statt. (siehe
Anlage Nr.2 )
Interessanterweise sind Produktion und Ausschüttung
des Melatonins an den Lichteinfall in der Netzhaut des Augenhintergrunds
gekoppelt. Nun ist ja auch Licht selbst eine hochfrequente elektromagnetische
Welle im Giga (Milliarden) Hz Bereich. Die von der Netzhaut aufgenommenen
Lichtimpulse werden als nervaler Reiz an die Zirbeldrüse (Epiphyse)
weitergegeben und blockieren somit am Tag die Freisetzung des Schlafhormons
Melatonin, welche erst bei Ausbleiben des Lichtreizes in der Nacht voll in Gang
kommt und dem Organismus seinen heilkräftigen Schlaf verleiht.(4:Webb,S.
und Pulg-Domingo,M. 1995)
1. Melatonin steuert als Schlafhormon demnach den
Schlaf, die Schlaftiefe, aber auch das Auftreten und den Reichtum der Träume
und damit die psychische Verar-beitung des Tages. Melatoninverarmte Menschen
träumen weniger und können Stressfaktoren des Vortages seelisch und körperlich
schlechter kompensieren. (5:Kunz,D. et al 1999)
2. Melatonin senkt den Blutdruck sowie das
Cholesterin, ist somit ein wichtiger Schutzfaktor für unsere Blutgefäße.
3. Melatonin ist mitbeteiligt bei der Produktion der
Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Melatoninverarmte Menschen können
weniger von diesen lebensnotwendigen Stresshormonen aufbauen, sind demnach
weniger stressresistent.
4. Eine Vorstufe bei der Bildung von Melatonin stellt
„Serotonin“ dar. Nun ist Serotonin aber unser Stimmungshormon. Bei einer
dauerhaften Verminderung von Melatonin kommt es auch zu einer Verminderung
dieses Stimmungshormone mit der Folge organisch bedingter depressiver
Erscheinungen.
5. Melatonin hat eine absolut zentrale Stellung bei
Steuerung und Aufrechterhaltung
unseres Immunsystems. Es ist quasi als körpereigenes
Vitamin anzusehen, welches hochaggressive, Krebs- und andere
krankheitsauslösende “freie Radikale“ abzufangen in der Lage ist.(6:Reiter,R.J.1996)
Diese Fähigkeit ist besonders für das Gehirn wichtig , da die
sogenannte Blut-Hirn-Schranke für wasserlösliche Vitamine weitestgehend
unpassierbar ist, nicht aber für Melatonin, das speziell im Gehirn die Funktion
der „Radikalenfänger“, also der Vitamine übernimmt.
6. Melatonin stimuliert weiterhin unser zelluläres
Abwehrsystem in Form der Lymphozyten, inbesondere die Helferzellen bei ihrer
Ausbildung zu „Killerzellen“, wichtig für die Abwehr von Krebszellen, Bakterien
und Viren. Zudem fördert es das sog. „humorale“, im Blut gelöste Abwehrsystem,
also die in der Blutflüssigkeit befindlichen Abwehrsubstanzen. (7:Conti,A. und Maestroni
G.1995)
Aufgrund obiger
Ausführungen lässt sich leicht ermessen, wie fatal sich eine Melatoninreduktion
sowohl auf den Schlaf als auch auf unsere Vitalität, auf das Abwehrverhalten
auf unser biologisches Alter, und vielfältigste sonstige Lebensprozesse
auswirkt. In Anbetracht sowohl die hochfrequente Lichtwelle im 1000 GHz Bereich
(8:Gregory M. Brown,1994) genauso wie die niederfrequenten
elektromagnetischen Schwingung etwa des Hausstroms mit 50Hz oder des Bahnstroms
mit 16.6 Hz die Melatoninproduktion hemmen können (9:Burch.J.B.1999),
und erst das Wegfallen der hochfrequenten Lichtquelle in der Nacht als auch des
Elektrosmogs, die normale Melatonin-produktion mit Ihrem Maximum zwischen zwei
und drei Uhr nachts zulassen, wird es nicht verwundern, dass auch technische
elektromagnetische Hochfrequenzen wie die beim Mobilfunk verwandten 0,9 GHz
(=D-Netz) und 1,8 GHz (=E-Netz) die Melatoninproduktion intensiv zu hemmen in
der Lage sind. (10: und 11.:Burch et al.1997 u.1998)
Die Schlafstörungen
von Herr X.Y. lassen sich unschwer mit der von seiner Wohnung in nur 17 Meter
Entfernung angebrachten Mobilfunkantenne in Zusammenhang bringen. Vor der
Installation war der Schlaf des Patienten ausgezeichnet. Er war „Langschläfer“
und erfreute sich körperlicher Vitalität und bester Gesundheit. Dies änderte
sich schlagartig mit der Errichtung des Mobilfunk-mastens, und dies keineswegs
im Sinne einer „psychischen Elektrophobie“, ist doch der Kläger von Beruf
selbst Elektromeister!
Ferner zeigte sich, dass
bei Expositionsmeidung, also bei Ortswechsel für mehrere Tage oder im
Urlaub der Kläger stets sein früheres Schlafverhalten annahm und sich dann
prompt deutlich besser fühlte.
Nun sind Schlafstörungen
überhaupt eine der am häufigst geklagten Symptome von hochfrequentem
Elektrosmog. Aufschlussreich ist in diesem Sinne die „Studie über
Gesundheitsprobleme durch den Kurzwellensender Schwarzenburg“ der Universität
Bern von Altpeter, E.S. et al. 1995. (12)Dabei kamen die
Schweizer Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Bewohner von durch
Hochfrequenzstrahlen betroffenen Gebieten im Gegensatz zu denen in
unbestrahlten Wohnbereichen unter schweren Schlafstörungen im Verhältnis 5:1
litten; unter Depressionen (ebenfalls einem Melatoninmangelsyndrom), im
Verhältnis 4:1; unter Krebs alle Arten im Verhältnis 3:1; und unter Diabetes im
Verhältnis 2:1.
Ähnliche erhebliche
Schlafstörungen bei Schulkindern in der unmittelbaren Umgebung des
Skrunda-Radiosenders in Lettland berichtet das Forscherehepaar Kolodynskie und
Kolodynska im Jahr 1996. (13)
In Anbetracht aller Hochfrequenzen, von Rundfunkfrequenzen im KHz (Tausend Hz)
Bereich über die Fernsehwellen im MHz (Millionen Hz) Bereich über die
Handystrahlen im GHz (Milliarden Hz) Bereich bis hin zum Radar bis 10 GHz und
höher als eine Familie von elektromagnetischen Schwingungen mit ähnlichen
biologischen Auswirkungen und weitgehend identischer Symptomatik darstellen,
sind epidemiologische Studien von Gesundheitsstörungen trotz der
unterschiedlichen Hochfrequenz rund um Fernseh- und Rundfunksender auch für die
Abschätzung von mobilfunkbedingten Erkrankungen aussagekräftig.
Bezüglich Mobilfunkantennen
konnte der bekannte französische Forscher Prof. Roger Santini bei
Anrainern in der unmittelbaren Nachbarschaft von Mobilfunk-basisstationen
mittels Fragebogen eine Erhebung bei 530 Personen durchführen und deren
Gesundheitszustand ermitteln. Dabei zählten Schlafstörungen mit zu den
häufigsten Symptomen, und zwar bei 58% der Bewohner in 10 m und weniger bis zu
100 m Abstand bis zur Basisstation. Doch auch bis in 200 Metern Entfernung
klagten noch 50% der Befragten über extreme Schlafstörungen.(14:Santini,
R.2001),
(siehe Anlage 3)
Schlafstörungen beschrieben
auch die Forscher der psychiatrischen Uniklinik Mainz Mann und Röschke
1996 (15). Dabei stellten sie fest, dass sich die Traum- oder
REM-Phasen , (Rapid Eye Movment) von mobilfunkbestrahlten
Probanden in ihrer Häufigkeit verringerten und insgesamt um etwa 25%
verkürzten. Problematisch, wenn man bedenkt, dass die Träume den
Kompensationmechanismus schlechthin für unser seelisches Gleichgewicht
darstellen; wichtig aber auch für die Umschaltung unseres Erinnerungsmaterials
vom Kurzzeit- in unser Langzeitgedächtnis.
Schlafstörungen mit EEG
Veränderungen bereits nach kurzer Mobilfunkexposition konnte auch die
Forschergruppe der Universität Zürich um Prof. Borbely am Institut für
Pharmakologie, Toxikologie der Universität Zürich (16) feststellen.
Auch die EEG-Forschung
unter Mobilfunkeinfluss erscheint unter dem Aspekt der Schlafstörung
aussagekräftig. Bekannt sind ja die EEG Forschungen des Medizinphysikers Dr.
von Klitzing von der Universität Lübeck (17), der feststellte, dass es
im Ruhe- als auch im Schlaf- EEG zu eindeutigen pathologischen EEG
Veränderungen gerade im langsamer schwingenden Alphabereich kommt, also gerade
jenem Bereich, der dem Schlaf und den Traumphasen zugeordnet ist. Solche
Forschungen wurden vereinzelt schon vor Dr. von Klitzings Arbeiten aus dem
Jahre 1995 berichtet und nach ihm mehrfach auf ihre Reproduzierbarkeit
überprüft, so durch die Forscher Freude u.a.(18) und Henschel
u.a. 1999 (19) jeweils von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin in Berlin.
Bedenkt man, dass nach
Aussagen aller Umweltmediziner und in den Sachen Mobilfunk forschenden
Epidemiologen Schlafstörungen eine der am häufigsten genannten Beschwerden von
Elektrosensiblen und Hochfrequenzbelasteten darstellen, nimmt es nicht Wunder,
dass auch der Kläger gerade unter dieser Symptomatik nachhaltig zu leiden hat.
EEG-Veränderungen im sog. „Alphabereich“, also dem Schlaf und Traumbereich
unseres Gehirns und unserer Psyche, wurden bereits bei 100 nW/cm² festgestellt.(v.Klitzing)
Ausserordentlich belastend werden aber auch wesentlich niedrigere Strahlenpegel
empfunden. Bedenkt man, dass der Patient in seinem ursprünglichen Schlafzimmer
mit 900nW/cm² durch die Antennenanlage belastet wird, dann nehmen die geklagten
Beschwerden in keiner Weise Wunder. Ein ursächlicher Zusammenhang ist mit an
Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit gegeben.
Nochmals sei
angeführt , dass der Patient ausserhalb der Strahlenexposition ohne
HF-Belastung nach wenigen Tagen sein altes Schlafmuster wieder findet und sich
dann wieder länger ausschlafen kann. In der Toxikologie und der Erforschung
z.B. von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wird ein positives Resultat bei
ausscheidender Exposition als beweiskräftig gewertet.
So wurde in der oben
zitierten Arbeit der Universität Bern (12:Altpeter u.a. 1995) das
Schlafverhalten der Bevölkerung bei Ein- und Ausschalten der Sendeanlage für
einige Tage ohne Wissen der Bevölkerung bezüglich des Schlafverhaltens der
exponierten Bevölkerung dokumentiert. Es zeigte sich, dass die Bewohner der
belasteten Gebiete deutlich besser schliefen, wenn die Sendeanlagen
ausgeschaltet waren und die Schlafstörungen sofort wieder gegeben waren wenn
die Funktürme auf Sendeleistung gingen. Dies Ein und Ausschalten wurde, ohne
Wissen dieser Personengruppe vorgenommen. Die hohe Statistische Signifikanz,
die sich gerade in Bezug auf die Schlafstörungen während der Belastung
aufweisen ließ, war schlussendlich beweisend und führte zum Abschalten der
Schwarzenburger Sendeanlage im Oktober 1995.
Melatoninreduktion:
Um die Symptomatik der
Schlafstörung des Klägers einer labormässigen Objektivierung zuzuführen, wurde
Mitte Oktober 2002 sein Melatoninwert im Morgen-Urin gemessen. Die Normwerte
seiner Altersgruppe liegen bei 71 pg/ml. Bei Herrn X.Y. belief sich der
Melatoninwert auf 27,8 pg/ml, dass sind 38% des zu erwartenden Normwertes unter
gesunden Bedingungen. Diese Untersuchung wurde in einem renommierten Labor
(siehe Anlage 1) durchgeführt.
Wenn wir die vielfältigsten
Funktionen des Melatonins von Schlaftiefe über Stressresistenz bis zur
Aufrechterhaltung der Immunität, der körpereigenen Abwehr e.t.c bedenken, dann
ist dieser Wert als erschreckend niedrig und als Hinweis auf ein vielfältig
pathologisches Geschehen anzusehen.
So konnten die Wissenschaftler (10 u.11)Burch J.B. et al. von der Colorado State University und Yost M.G. von der Universität des Staates Washington, Seattle in einer grossen Gruppe von 142 Probanden nachweisen, dass die mobilfunkbelasteten Personen deutlich niedrigere Melatoninwerte im Urin aufwiesen als die Personengruppe, die nicht durch Handyfrequenzen belastet war. Die Ergebnisse wiesen eindeutige statistische Signifikanz auf .
Eine zweite Studie 1998 der
gleichen Forschergruppe ergab, dass sich auch die nächtliche Melatonin-
Ausscheidung von hochfrequenzbelasteten Probanden gegenüber nichtbelasteten
Probanden statistisch signifikant reduziert war!
Siehe dazu die Arbeit (11)von Prof. Burch, J.B. at. Al. 1998 (“nocturnal excretion of
urinary Melatonin metabolics among utility workers“.Scand. J. Work environ
Health 24 (3): 183-189).
Sowohl das Schlafverhalten
des Klägers, das sich durch Installation der Mobilfunkantenne in
unmittelbarster Nähe seines Wohnhauses drastisch verschlechtert; ferner die
Besserung des Schlafverhaltens innerhalb einiger Tage bei Ortswechsel und
Verlassen der Hochfrequenzexposition (= positive Reaktionen auf
Expositionsvermeidung); ferner seine Melatonin-Reduzierung auf 38% des
Sollwertes sprechen vor dem Hintergrund der angeführten wissenschaftlichen
universitären Arbeiten eindeutig für eine mobilfunkbedingte Gesundheitsschädigung.
Dies um so mehr, als es nach umweltmedizinischen Erfahrungen in der Praxis
schlicht unmöglich ist, bei einem Strahlenlevel von mehreren 100 nW/cm2 gesund
zu bleiben.
Wie Eingangs erwähnt, haben
sich bei dem Patienten seit Errichtung der Mobilfunkantenne zudem hartnäckig
wiederkehrende Kopfschmerzattacken eingestellt, Schmerzzustände,
die er vor Errichtung der Antenne nicht hatte. Bei derartig massiven
Strahlenbelastungen von mehreren 100 nW/pro cm2 ist ferner mit einem Aufbrechen
der Bluthirnschranke zu rechnen. So konnten die schwedischen Forscher
und Professoren Persson, Salford und Brun der Universität Lund (20)
in jahrzehntelanger Forschung bei Versuchstieren nachweisen, dass bei üblicher
Mobilfunkexposition bereits nach kurzer Zeit ein Strahlenlevel von um die 100
nW/ cm2 zu einem Aufbrechen der Bluthirnschranke führte. Diese Störung war
gekennzeichnet durch das Auftreten vielfältiger Aufquellungen im Gehirn, die
Gehirnschnitte waren „übersät waren mit dunklen Flecken“. In diesen Bereichen
waren wasserlösliche Stoffwechselschlacken, Eiweiß-substanzen und Toxine in die
fettlösliche Gehirnsubstanz eingedrungen und hatten bereits zu
Nervenzell-untergängen geführt. Erscheinungen, die von den Forschern unter
anderem als Ausgangspunkt von neurodegenerativen Erkrankungen wie Multiple
Sklerose, Morbus Parkinson, Alzheimer, vorzeitiger Alterung und vorzeitiger
Verblödung identifiziert wurden.
Nun gibt es keinen
vernünftigen Grund, anzunehmen, daß das menschliche Gehirn anders reagieren
sollte, dies umsomehr, als die universitäre Forschung von Dr. von Klitzing und
des Bundesamtes für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin
EEG-Veränderungen als messtechnische Entsprechung der aufgebrochenen
Blut-Hirnschranke-wie ja bereits ausgeführt- ebenfalls bei etwa 100 nW/ cm2
beim Menschen vorfanden.
Tinnitus
-Ohrgeräusche
Wie oben ausgeführt, leidet
der Kläger X.Y. an einem beidseitigen hochfrequenten in Ruhe ausserordentlich
quälenden Ohrengeräusch, das einige Monate nach Installation der Mobilfunkantenne
in unmittelbarer Nachbarschaft auftrat. Auch hier ist eine Verursachung durch
die Antennenanlage zwingend anzunehmen. Eine grosse epidemiologischen
Untersuchung von 11.000 Skandinaviern durch Prof. Mild aus Schweden(21)
ergab, daß Tinnitus ein häufig geklagtes Symptom von Mobilfunkbelasteten und
Mobilfunknutzern darstellt. Auch bei Tinnitus fand der Forscher- je nach
Mobilfunkbelastung -dosisabhängige Intensität des Ohrgeräusches. Ferner zeigte
sich, dass Mobilfunkgebrauch dosisabhängig zu zentralnervösen Beschwerden wie
Schwindel, Konzentration und Gedächtnisverlust und Erschöpfung führen .
Soweit sich keine
groborganische Ursache wie Gehirntumor, Gehirnblutung nach Unfall oder
Nervenirritation durch Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung oder eine Innenohrentzündung
ergibt, geht man beim Tinnitus in der schulmedizinischen Praxis von einer
Durchblutungsstörung des Innenohres aus. Nun wies erstmals der Düsseldorfer
Umweltmediziner Dr. Hans-Joachim Petersohn(22) auf das leicht
nachvollziehbare und jederzeit kontrollierbare und reproduzierbare Phänomen
hin, dass sich die roten Blutkörperchen bereits nach kurzer Mobilfunkexposition
in ihrer Gesamtheit verklumpen. Sprich: die roten Blutkörperchen, welche die
Form von Scheiben mit einer verdickten Randwulstung aufweisen, stossen sich
normalerweise im gesunden Zustand durch ihre negative Oberflächenaufladung ab.
Dadurch sind sie in der Lage, den Sauerstofftransport durch das haarfeine
Kapillarnetz des Organismus und der inneren Organe zu bewerkstelligen. Durch
Hochfrequenzen gehen sie dieser negativen Oberflächenaufladung jedoch
verlustig, und kleben in Form von Geldrollen zusammen. Diese Geldrollenbildung,
die zum Teil korallenstockartige Formen annimmt, erweist sich jedoch nicht mehr
als kapillargängig. Die Organdurchblutung und damit die Sauerstoffversorgung
des Organismus und der inneren Organe nimmt demnach deutlich ab. Eins der
hauptsächlichen Erklärungsmodelle, warum etwa Prof. Kundi von der Universität
Wien in einer epidemiologischen Studie in Kärnten um Mobildfunksendeanlagen ein
gehäuftes Auftreten von Herz- Kreislauferkrankungen inkl. Schlaganfall und
Herzinfarkt vorfand.
Normalerweise werden
Ohrgeräusche nicht-traumatischer , nicht-tumoröser, und nicht-
postentzündlicher Ursache mit durchblutungsfördernden Mitteln behandelt. Es
liegt auf der Hand, dass vom schulmedizinischen Standpunkt aus diese
Verklumpungstendenz des Organismus, haupt- oder teilursächlich am Ohrgeräusch
anzuschuldigen ist. Um so mehr, als das Ohrgeräusch bei Expositionsmeidung etwa
im Urlaub nachlässt und nach mehreren Tagen auch völlig verschwindet.
Auch diesbezüglich wurde
bei dem Patienten eine sog. „Dunkelfeldmikroskopie“ durchgeführt. Sie wies
eindeutig eine erhebliche ,oben beschriebene durchblutungs-schädliche
Verklebung der roten Blutkörperchen auf: ein weiteres Indiz für den
Zusammenhang des Beschwerdebildes- hier des Tinnitus- mit der
Mobilfunk-belastung. (Anlage 3)
Umfangreiche einschlägige
wissenschaftliche Originalliteratur zu allen hier angeschnittenen Themenkreisen
liegt vor und kann jederzeit nachgereicht werden.
Dr.med. Hans Christoph
Scheiner
QUELLENANGABE:
1.) Phelan A.M. Lange D.G.,Kues, H.K.,and Lutty,G.A. 1992:“ Modifiction of membrane fluiditiy in melanin containing cells by low-level microwave radiation.”Bioelectromagnetics 13:131-146.
2.)Braun von
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Systematische Melatonin-Wechselwirkungen“ Raum & Zeit 100/99 S18-25
3.)Reiter u. Robinson 1995:“Melatonin, Your bodys nature wonderdrug”.Bubl.Bountam Books, NY
3.)Meastroni,G.et al.:”Role of pienal gland in immunitiy. Melatonin antagonizes the immuno-suppressive effects of acute stress via opiatergic mechanism. Immunology 63:465-469,1988
4.)Webb,Susan M. and Manuel Pulg-Domingo 1995:”Role of Melatonin in health and disease”. Clinical endocrinology 42,221-234
5.)Kunz,D. and Frederic Bes.1999:“Melatonin as a Therapy in REM Sleep Behavior Disorder“Movement Disorders, Vol.14, No.3 1999
6.)Reiter,R.J. 1996:”Functional
diversity of the pineal hormone melatonin: Ist role as an antioxidant“.Exp.Clin.
Endocrinol. 104 (1996) 10-16
7.)Conti A. and Maestroni,G.1995:”The clinical neuroimmunotherapeutic role of melatonin in oncology”Journal of Pienal Research ISSN 0742-3098, 103-110
8.)Gregory M.Brown, 1994.”Light, Melatonin and the Sleep-wake Cycle” J.Psychiatr.Neurosci. Vol.19,No. 5,1994
9.)Burch,J.B.,Reif,J.S.,Yost M.G. KeefleT.J.,Pitrat C.A.1999:”Reduced Excretion of a Melatonin Metabolitie in Workers Exposed to 60 Hz Magnetic Fields” Am.J.Epidemiol.Vol.150 no.1. 1999
10.)Burch,JB,Reif,JS,Pitrat,CA,Keele TJ, Yost MG,1997:“Cellular telephone use and excretion of urinary melatonin metabolite.Abstract of the Annual Review of Research on Biological Effects of Electric and Magnetic Fields from the Generation , delivery & Use of Electricity,San Diego,Ca, 1997 pp110
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13.) Kolodynski,A.A. and Kolodynska, V.v.,1996:”Motor and psychological functions of school children living in the area of the Skrunda Radio Location station of Latvia.”The Science of total Environment, Vol 180,pp 87-93.
14.)Santini,R.”Cellular telephones and their base stations: risk for health?”Presse med. 1999, 28:1884-1886
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16.)Borbely A.A., Huber,R.,Graf,T., Fuchs,B., Gallmann E., Achermann P. 1999:“Pulsed high frequency electromagnetic field affects human sleep an sleep elektroencephalogram.” Neurosci. Lett 275(3):207-210
17.)v.Klitzing, 1995:”Low frequency electromagnetic fields influence EEG of man.” Physica Media; 11: 77-80
18.)Freude et al.1998: « Effects of microwaves emitted by cellular phones on human slow brainpotentials » Bioelectromagnetics 19, 384-387 (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin,Berlin)
19.)Hentschel et
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20.)Persson,B.R.R., Salford,LG.,Brun,A.,1997:“Blood-brain-barrier permeability in rats exposed to electromagnetic fields used in wireless communication”.Wireless Network 3:455-461
21.) Mild,K.H., Oftedal,G., Sandstrom,M., et al.:1998:“Comparison of Symptoms by users of “.National Institute for working life,1998:23,Umea,Sweden 84 pp analogue and digital mobile phones–A Swedish-Norwegian epidemiological study
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Petersohn,H.-J.1998 u.1999:” Geldrollenformationen und Verklumpungstendenz von
roten Blutkörperchen unter Mobilfunkeinfluß in der Dunkelfeldmikroskopie“,
Ausstrahlungen im Spiegel TV 1998 und Focus TV 1997.
Quelle:
http://www.unser-aufbruch.de/mobilfunk/gutachten.rtf